November 2019

Lieber Theaterbesucher!

Es gibt Wörter, die sind unübersetzbar. Zum Beispiel kennen Eskimos keine Warmduscher. Warmduscher gibt es nur in Deutschland, ebenso wie Kabelsalat und Kummerspeck. Was im Deutschen wiederum unbekannt ist: wabi-sabi – eine japanische Ästhetik, die aus der buddhistischen Lehre abgeleitet ist. Es geht darum, Schönheit im Unvollkommenen und Unfertigen zu entdecken. Ebenfalls aus dem Japanischen stammt komorebi, ein Begriff für Sonnenlicht, das durch die Blätter von Bäumen schimmert. Wenn Sie sich dagegen eine Wegbeschreibung anhören, dann losfahren und sich schon an der nächsten Kreuzung nicht mehr erinnern können, wo es langgeht, sagen Hawaiianer dazu akihi. Vielleicht kennen Sie auch den Abdruck, der auf der Haut zurückbleibt, wenn man etwas zu Enges getragen hat, zum Beispiel ein Uhrband oder Socken. Die Tulu in Südwestindien nennen das karelu. Und im altindischen Sanskrit kennt man kalpa: die Zeit, die das Universum braucht, um zu entstehen, zu vergehen und in den Urgrund des kosmischen Ozeans zurückzukehren, bis eine neue Schöpfung hervortritt. Es ist kaum fassbar, aber manchmal können wir es vielleicht erahnen: die anscheinend unveränderlichen Sterne werden nicht für immer am Himmel stehen.

Wenn Sie sich wieder einmal nach goya sehnen, kommen Sie im November ins Wortkino. Goya nennt man auf Urdu eine Illusion, die sich wie die Realität anfühlt – so wie bei einer gut erzählten Geschichte, bei der Sie alles um sich herum vergessen. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Mit freundlichen Grüßen
Norbert Eilts

Empfehlung:

Am Sonntag, den 20.10. um 18 Uhr und am Montag, den 18.11. um 16 Uhr zeigen wir Mordskerle. Zwei packende Krimis von Totschlag und Besitzgier.

Der aktuelle Spielplan steht für Sie unter www.wortkino.de für Sie bereit.

Wortkino/Dein Theater unterwegs:

Das Wortkino/Dein Theater zeigt weitere Gastspiele unter diesem Link.