Ein Klavier im Urwald - "Aus der Reihe Hörfenster"

Ein Klavier im Urwald
Albert Schweitzer entstammt einer vergangenen Welt. Geboren und geprägt wurde er in einer Zeit, als die Tomate noch nicht auf dem Speisezettel stand und die ersten Fahrräder die holprigen Feldwege eroberten, als das aufgeklärte Bürgertum noch dem Ideal einer umfassenden Bildung huldigte und der Fortschrittsglaube die Menschen auf eine bessere und friedlichere Zukunft hoffen ließ, als Männer noch Herren waren und gekrönte Monarchen Europa mit patriarchalischem Selbstverständnis regierten. Als unbestechlicher Wahrheitssucher ließ sich der musikalisch begabte Pfarrerssohn vom Geist der Zeit nie blenden. Seine Ideale entnahm er einer anderen Welt. Während nationalistische Ideen Europa allmählich ins Chaos stürzten, verwirklichte er als Sozialarbeiter, Baumeister, Tropenarzt, Musiker und Philosoph, getrieben von einem unbedingten ethischen Willen, beispielhaft in Afrika die Erkenntnisse seiner Kulturphilosophie. Als „Monarch der Nächstenliebe“ schuf er ein Reich, dessen humane Richtlinien er in vielen Schriften erläuterte, und das bis heute weiterwirkt. Norbert Eilts gibt Einblicke in Leben, Werk und Denken des rastlos tätigen Elsässers, der in Frankreich ebenso wie in Deutschland und Afrika zu Hause war.
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| Letzte Aktualisierung: 2 Dezember, 2009 14:13 Uhr | |||